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Neuigkeiten : Die verrückte Welt der Baumwolle
14.04.2011 11:01 (1266 x gelesen)




Dramatisch gestiegene Baumwollpreise setzen der Textilbranche heftig zu. Alle leiden: vom kleinen Händler, über die Verarbeiter bis hin zu den großen Modekonzernen wie H&M. Nur die Farmer profitieren.

Der steinerne Roland strahlt eine Erhabenheit aus, die kaum zu erschüttern ist. Seit dem Mittelalter steht die große Statue auf dem Bremer Marktplatz. Der Abstand zwischen den Kniespitzen des hanseatischen Wahrzeichens beträgt exakt eine Elle. Händler maßen einst in dieser Einheit erst Hanf und Leinen, später auch Baumwollstoffe. Jünger - und dabei doch mehr als 100 Jahre alt - ist die Baumwollbörse mit ihren holzgetäfelten Räumen, die unweit des Rolands residiert.  

Seit jeher ist Bremen einer der bedeutendsten Standorte des weltweiten Baumwollhandels, wo alte Regeln gelten: auf den Handschlag vertrauen. Und Ruhe bewahren. Egal, wie weit der Wert des Handelsguts in Richtung Billigware fällt. Doch seit ein paar Monaten ist diese alte Welt in Aufruhr und mit ihr ein ganzer Industriezweig. Binnen Jahresfrist hat sich der Baumwollpreis verdoppelt, bei manchen Qualitätsstufen gar verdreifacht. Hochwertige Ware ist kaum noch verfügbar. Die Entwicklung bringt die gesamte Prozesskette durcheinander, vom Rohstoffhändler über den Verarbeiter bis hin zum großen Modekonzern. 

"Solche Preissteigerungen haben wir noch nicht erlebt", sagt der Bremer Baumwollhändler Axel Trede. "Die Rekordpreise führen dazu, dass wir versuchen, andere Fasern einzusetzen, wo es möglich ist", sagt Werner Braun, Geschäftsführer des Textilverarbeiters Karl Otto Braun. "Es wird Preiserhöhungen geben müssen", behauptete H&M -Chef Karl-Johan Persson im Winter - und erlebte dann, dass er sie nicht durchsetzen kann. Der entgangene Gewinn beim weltweit zweitgrößten Bekleidungskonzern nähert sich einer halben Milliarde. 

Der Baumwollhändler

Axel Trede sitzt im vierten Stock der Baumwollbörse an einem dunklen Holztisch und sammelt Gründe: "In der Wirtschaftskrise sind über die gesamte textile Kette hinweg die Bestände abgebaut worden. Nun trifft steigende Nachfrage auf leere Lager." Der steigende Wohlstand von Indern und Chinesen führt dazu, dass auch in diesen Ländern immer mehr Kleidung gekauft wird. 

Ausgerechnet in dieser Situation fielen zuletzt Ernten aus: Bauern hatten Flächen für Lebensmittel- und Energiepflanzen genutzt. Fluten in Pakistan und Australien hatten Ernten zerstört, Indien einen Woll-Exportstopp verhängt und Unruhen an der Elfenbeinküste Lieferungen aus Afrika behindert: "Dazu kommt, dass Rohstofffonds zurzeit für Anleger eine populäre Alternative sind. Das verstärkt die fundamentalen Faktoren", so Trede.

Er könnte sich freuen, denn Händler profitieren eigentlich von Marktschwankungen. Tut er aber nicht. "Unser Risiko ist erheblich gestiegen. Die Kontrakttreue im Äquatorraum ist nicht sehr groß, wenn die Bauern kurzfristig hohe Preisaufschläge geboten bekommen", sagt er. Lange vereinbarte Lieferungen bleiben aus, obwohl Trede sie längst auf Termin weiterverkauft hat. 

Die Verarbeiter

Trede trägt das Risiko nicht allein. "Die reinen Spinnereien reißt es voll rein", sagt Textilverarbeiter Braun. Er selbst vereint Spinnerei, Weberei und Produktion und kann so einiges ausgleichen.  

Dennoch: Die Firma verzeichnete einen deutlichen Rückgang des Betriebsergebnisses, wie praktisch alle Konkurrenten. Braun griff zuletzt zu einem bisher nur aus anderen Branchen bekannten Ansatz: Er vereinbarte eine Preisgleitklausel. "Steigt der Rohstoffpreis, reichen wir das automatisch an unseren Kunden durch", sagt er. Fürs Erste funktioniert das. Aber nicht nur Braun geht davon aus, dass weitere Veränderungen kommen werden, bei den Rohstoffen und bei den Prozessketten. 

"Es ist gut, dass Baumwolle einen höheren Wert bekommt", sagt Ernst Grimmelt, Geschäftsführer und Gesellschafter der ebenfalls in der Baumwollverarbeitung tätigen Velener Textilwerke. Strom- und Lohnkosten, Europas Schwachstelle gegenüber asiatischen Rivalen, fallen plötzlich weniger ins Gewicht: "Wir können dann unsere Stärken ausspielen", so Grimmelt, "zum Beispiel Zuverlässigkeit." 

Die Einzelhändler

Die dramatischsten Zahlen liefern naturgemäß die Großkonzerne. Vergangene Woche räumte H&M ein, zum dritten Mal in Folge die Prognose verpasst zu haben, und meldete einen weiteren Ergebnisrückgang, diesmal um mehr als 140 Mio. Euro im Quartal. Ausgerechnet der wichtigste Konkurrent Zara aus der spanischen Inditex-Gruppe profitiert davon, dass er vorrangig in Europa kauft und produziert. Er will seine Produkte daher zu konstanten Preisen anbieten. H&M-Chef Persson will nun um Marktanteile kämpfen - und riskiert, auf den Kostensteigerungen sitzen zu bleiben. 

Und während Markenartikelhersteller wie Nike und Adidas gegenüber den Händlern auf Preiserhöhungen bestehen, hat der Chef des wichtigsten mittelständischen Einkaufsverbunds Katag, Daniel Terberger, die Marschroute für Händler und Boutiquen vorgegeben. "Der Handel muss es schaffen, mehr aufwändige und höherpreisige Artikel zu verkaufen", empfiehlt er. Denn mit einer Rückkehr zu den ruhigen, vergangenen Zeiten rechnet niemand, nicht in Bremen, nicht anderswo. Zwar wird das im Sommer beginnende Erntejahr den Verbänden International Cotton Advisory Comittee und dem Cotton Council International zufolge eine Rekordernte bringen. Die Bauern hätten sieben Prozent mehr Flächen für Baumwollanbau genutzt, die produzierte Menge solle um neun Prozent auf 27 Millionen Tonnen steigen. Die Nachfrage, vor allem aus Fernost, soll aber stärker steigen. "Profitieren", sagt der Bremer Händler Trede, "wird von alldem vor allem der Farmer."

 

FTD  10.4.2011 - ER


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