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Neuigkeiten : Baumwolle: Weshalb die Preise noch steigen werden
01.03.2011 11:08 (1078 x gelesen)




Das kleine Bauernhaus von Yu Lianmin hat nur zwei Zimmer, eng war es schon immer. Doch seit einigen Wochen sitzt der Landwirt gern vor der Tür seines Hauses in der chinesischen Provinz Shandong südöstlich von Peking. Denn drinnen lagern seine Schätze: fast zweieinhalb Tonnen Baumwolle. Yu, brav gekleidet in die Einheitstracht des großen kommunistischen Führers Mao, übt sich das erste Mal im Kapitalismus: Weil sich der Weltmarktpreis für Baumwolle in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt hat, haben Yu und seine Nachbarn ihre Ernte diesmal nicht sofort an die Einkäufer der Spinnereien weitergereicht. Sie horten die weiße Pracht und warten, dass die Preise noch weiter steigen.

Die Chancen, dass Yu und Kollegen in diesem Jahr tatsächlich einen guten Schnitt machen, stehen gar nicht schlecht:  Baumwolle ist so teuer wie zuletzt vor 150 Jahren, die Kontrakte an den Rohstoffbörsen selbst für erst im Dezember fällige Lieferungen zogen vergangene Woche noch einmal kräftig an. „Der Markt ist einfach leer geräumt“, beschreibt der bekannte US-Agrar­analyst Mike Stevens die Situation. „Die Spinnereien, die sich früh lang laufende Kontrakte gesichert haben, haben sicher das Richtige getan.“

Auch wenn manche Marktbeobachter – vor allem aus charttechni­schen Gründen – ein baldiges Ende der Baumwollrally prophezeien, spre­chen die tatsächlichen Marktdaten eine andere Sprache. So geht etwa Robert Antoshak, Direktor bei der US-Beratungsfirma Olah, die auch Bekleidung herstellt und etwa Gap oder Levi Strauss zu ihren Kunden zählt, von einem Preissprung von 17 Prozent bei den Mai-Kontrakten aus, die derzeit um die zwei Dollar pro Pfund liegen. Für August prognostiziert er einen Preis von 2,20 Dollar.

Der Einfluss der Spekulanten wird beim aktuellen Baumwollboom allerdings überschätzt. „Es ist sicher kein Geheimnis, dass Investmentfirmen Computerprogramme entwickelt haben, um ihre Engagements auf den Rohstoffmärkten höchst effizient zu steuern“, so der unabhängige Experte Mike Stevens. „Die Rohstoffrallye wird so lange anhalten, wie Investmentkapital in ­diese Märkte fließt.“ Aber es liege gerade bei dem Faserstoff bei Weitem nicht alles an den Spekulanten. So hat zum Beispiel die US-Terminbörse ICE International Exchange Anfang Februar Spekulan­ten, die mehr als 300 Kontrakte hielten, aufgefordert, nachzuweisen, dass sie die georderten Mengen auch tatsächlich wirtschaftlich benötigen. Durch solche Beschränkungen soll verhindert werden, dass reine Kapitalspekulanten wie Hedgefonds die Preise zu stark beeinflussen. Tatsächlich verursachte diese Ankündigung einen kurzen Rücksetzer des Baumwollpreises um gut drei Prozent, doch im Wochenverlauf ging die Rally weiter.

Sicher nicht die Schuld der Spekulanten ist die neue Intransparenz der Baumwollmärkte: Zahlreiche nationale Baumwollbörsen, etwa in Indien oder Usbekistan, aber auch in Ländern Afrikas haben die Bekanntgabe der Handelsmengen bis auf Weiteres ausgesetzt. Begründet wird die Maßnahme gern mit dem Hinweis, man wolle die Spekulationen nicht weiter anheizen. Weil aber die Gewinne der Börsen prozentual am Handelsvolumen hängen, vermuten Branchenkenner, dass die Handelsplätze die aktuelle Knappheit noch länger für sich nutzen wollen.

Selbst die Welternährungsorganisation FAO, die hinter Preisrallys bei Agrarrohstoffen sonst schnell die Machenschaften von Spekulanten wittert, führt die aktuelle Verteuerung von Baumwolle auf echte Versorgungsengpässe zurück. So werde etwa im Norden Chinas, dem größten Produzenten wie auch Importeur der Faser, eine Winterdürre die kommende Ernte schmälern. Olah-Experte Robert Antoshak liefert eine weitere Begrün­dung: Wegen der steigenden Preise für andere Rohstoffe haben die Bauern in China und anderen bedeutenden Baumwollgebieten beispielsweise Weizen statt des Fasergrundstoffs angepflanzt.

Die nach China weltweit bedeutendsten Spieler im Cotton Club sind die USA, Indien und Pakistan. Größte Importeure sind China und Indonesien. Das ständige Überangebot an Baumwolle in den vergangenen Jahren hatte jedoch dafür gesorgt, dass die Preise für die Naturfaser seit 1995 von über 100 US-Cent auf unter 30 Cent im Jahr 2001 fielen. Entsprechend schrumpften die Anbauflächen, die jetzt nur langsam wieder ausgeweitet werden können. Auf Jahressicht wird der Rohstoff also knapp bleiben und der Preis wohl hoch, denn der Baumwollbedarf im Reich der Mitte nimmt noch zu. Fundamentale Begründung: Der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern macht sich auch bei der Nach­frage nach Kleidung bemerkbar. In China steigen die Einkommen der Landbevölkerung seit Mitte 2010 das erste Mal seit drei Jahrzehnten stärker als die der Städter. Auch der Wohlstand von Bauer Yu Lianmin wächst. Gut möglich, dass er den alten Mao-Kittel bald gegen einen neuen, schicken Baumwolldress tauscht. Euro-am-Sonntag-ER-25.2.2011


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